Visitenkarten – 350 Unikate

Freitag, 21. September 2012, 11:31 Uhr

Das neue Logo steht ja schon fest und langsam geht es an die Vervollständigung des Corporate-Designs. Erster Schritt: Visitenkarten drucken. Aber einfach drucken lassen, irgendwie langweilig. Da kam in einer ruhigen Minute die Idee zu einer Zusammenarbeit mit meinem Freund Conrad Gerlach.

 

 

Dieser hat schon für seine Bachelorarbeit in diesem Jahr Visitenkarten auf seiner Letterpress (Wikipedia) gedruckt. Dieses alte Handwerk begeistert denke ich jeden Gestalter. Nach einem kurzen Gespräch war klar: das wird gemacht!

Die Gestaltung der zweifarbigen Visitenkarten stand schon fest. Die Grundüberlegung war einfach: eine Farbe (80% Schwarz) wird im Offset-Verfahren gedruckt (kleine Strichstärken und feine Typo werden schnell problematisch auf der Handdruckmaschine) und die Cyan-Farbseperation sollte dann von Hand nachträglich eingedruckt werden. Damit auch wirklich alles von Hand gemacht ist, haben wir zu erst natürlich einen Film der Cyan-Farbseperation erstellt. Dieser wurde im selbstgebauten Belichtungskoffer auf eine (PLATTE) belichtet. Nach dem Auswaschen des Klischees (der Druckplatte) erhielten wir unsere Druckform, seitenverkehrt.

Zum Drucken braucht man Farbe. Um den Wert möglichst genau zu treffen, wurde die Buchdruckfarbe angemischt und getestet bis der Farbwert meinen Vorstellungen entsprach.Nun konnte mit dem Druck begonnen werden. Wobei, erst einmal musste die Maschine (ein)gerichtet werden, damit auch später der Druck an die richtige Stelle auf der vorgedruckten Karte kommen konnte. Also die Farbe auf die Maschine und dann: Testdrucken. Die ersten Drucke mussten Stück für Stück dem gewünschten Ergebnis angepasst werden. Dieser Vorgang dauerte ein wenig und bestand aus Drucken, Messen, Drucken, Messen, Drucken… usw.

jo's bür Letterpress Visitenkarten Würzburg

Farbmischung

jo's bür Letterpress Visitenkarten Würzburg

Korrigieren

 

 

Aber das Ergebniss überzeugte schon jetzt. Natürlich sind die Drucke nicht vergleichbar (in Schärfe und gleichmäßigem Farbauftrag) wie eine Offset-Produktion. Aber genau das war ja der gewünschte Effekt. Eine saubere Mischung aus Handarbeit und präziser Druckqualität – und der Aspekt des „Selberdruckens“ spielte natürlich eine große Rolle.

Nach und nach näherten sich die Drucke der Vorlage an und es konnte mit dem eigentlich Druck begonnen werden. 350x Karte rein, Conrads Arm runter und wieder rauf, Karte raus und neue Karte rein.

 

Und so entstanden die ersten handgedruckten Visitenkarten von jo’s büro.

Ich danke Conrad Gerlach für seine Hilfe und sein (wohlgemerkt selbst angeeignetes) Know-How. Es war in jedem Fall eine tolle Erfahrung und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Das schönste daran ist, dass man durch den Letterpress Druck das Ergebnis auch fühlen kann!

Nahaufnahme:
Bei Interesse (ob Hochzeitskarten, Danksagungen oder einfach eine wirklich exklusive Drucksache für Freunde und Kunden auch schon in kleinen Auflagen) freue ich mich über Anfragen für ähnliche Printprojekte um diese mit Herrn Gerlach gemeinsam umzusetzen oder direkt an Ihn weiter zu leiten.

 

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